Karriere als Trainer

Noch während seines letzten Bundesligajahres als Spieler beim FC Schalke 04, übernahm er federführend auch schon die Talentförderung des Vereins - als Trainer der A-Junioren. In diesem Übergangsjahr, als er noch zwischen den beiden Aufgaben „Bundesligaspieler“ und „Nachwuchstrainer“ pendelte, verpflichtete er bereits Torhüter Jens Lehmann für die B-Junioren, band diesen aber bereits in das Training der Älteren ein und sorgte durch zahlreiche Sondertraingseinheiten mit dafür, dass dieser als Senior zum Profi erklärt wurde.
 
Nur ein Jahr später wechselte „Ennatz“ zum damaligen Drittligisten ASC Schöppingen. In den fünf Jahren seiner Tätigkeit dort, wurden Jörg Lipinski (u.a. RW Essen) und Alfred Neijhuis (MSV Duisburg, Borussia Dortmund, Urawa Red Diamonds) Lizenzspieler. Insgesamt war es mit die erfolgreichste Zeit des Vereins aus dem nördlichen Münsterland mit drei dritten Plätzen, einem Vizemeistertitel und der Teilnahme an der Hauptrunde des DFB-Pokals gegen Eintracht Frankfurt (0:1; damals mit Trainer Klaus Toppmöller, Uwe Bein, Anthony Yeboah, Andreas Möller oder auch Maurizio Gaudino).
 
Anschließend zog es ihn als Trainer zum damaligen ostwestfälischen Drittligisten SC Verl. Hier standen, wie zuvor schon in Schöppingen die Abschlussplatzierungen zwei und drei zu Buche.

Es folgten sieben überaus erfolgreiche Jahre als Trainer beim VfL Bochum, wo er die A-Junioren, die Amateure und zwei Mal die Profis übernahm. Diese führte er als Interimstrainer vom Abstiegsplatz der zweiten Bundesliga auf einen Aufstiegsplatz und erreichte im selben Jahr mit Siegen u.a. gegen den damaligen Bundesligisten VfL Wolfsburg das Viertelfinale des DFB-Pokals. Hier unterlag seine junge Mannschaft in einem packenden ZDF-Livespiel dem damaligen Pokalsieger SV Werder Bremen (mit „Kugelblitz“ Ailton) im ausverkauften Ruhrstadion mit 1:2.      
Bei seinem zweiten Engagement bei den Profis des VfL begann er die damalige Zweitliga-saison als Cheftrainer und stellte eine Mannschaft, u.a. gespickt mit zahlreichen Talenten aus seinen ehemaligen Junioren- bzw. Amateurmannschaften zusammen, die in dieser Saison den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga und dort nur ein Jahr später die Qualifikation für den Uefa-Pokal schaffte. Dietz selbst war da aber schon nicht mehr an Bord, zog er nach Auseinandersetzungen mit dem Präsidenten des Vereins, der sich zu oft in die tägliche Arbeit des Trainers einmischte, die Konsequenzen und trat zurück.
Dennoch blieben diese sieben Jahre überaus erfolgreich. Mit der A-Jugend, die er 1994 als völlig maroden Haufen und als Fastabsteiger aus der Westfalenliga übernommen hatte, wurde er Westfalenpokalsieger und hatte großen Anteil daran, dass diese Altersklasse des Vereins dann auch wieder bis ins Finale um die Deutsche Meisterschaft vorstoßen konnte. Nach seinem Engagement in der Jugend übernahm er dann die Amateure des Klubs, konnte er doch so „seine Jungs“ weiterhin ausbilden und formen. Unter seiner Regie standen am Ende zwei Aufstiege - von der Fünftklassigkeit in die damals neu geschaffene Regionalliga. So spielte er mit „seinen Jungs“ zeitweilig nur eine Klasse tiefer als die Profis. Und unter ihm als Cheftrainer gelang nur kurze Zeit später vielen von ihnen der Durchbruch zum Lizenzspieler. So etwa Paul Freier (VfL Bochum, Bayer 04 Leverkusen, U21- und A-Nationalspieler), Frank Fahrenhorst (VfL Bochum, SV Werder Bremen, Hannover 96, U21- und A-Nationalspieler), Sebastian Schinzielorz (VfL Bochum, 1. FC Köln, U21-Nationalspieler), Stefan Wächter (VfL Bochum, Hamburger SV, Hansa Rostock), Delron Buckley (VfL Bochum, Arminia Bielefeld, Borussia Dortmund, U21- und A-Nationalspieler Südafrikas), Michael Bemben (VfL Bochum, RW Essen, Union Berlin) oder auch Björn Joppe (VfL Bochum, Union Berlin).

Nach seinem Engagement beim VfL, zog es ihn zurück zum MSV Duisburg. 2002 lotste ihn sein ehemaliger Mannschaftskamerad Detlef Piersig, zu dieser Zeit Manager bei den Zebras, zurück an seine alte Wirkungsstätte. Dietz sollte sich, wie er es schon erfolgreich beim VfL getan hatte, um die Nachwuchsförderung kümmern. Und so übernahm er zunächst die Amateure, sah sich aber nur knapp vier Monate später mit der Situation konfrontiert, dass der Verein sich von seinem damaligen Cheftrainer Pierre Littbarski trennte und Dietz den Verein vor dem Abstieg aus der zweiten Liga retten sollte. Er tat es – wieder einmal. Und wie. In seiner Zeit als Cheftrainer holte „Ennatz“ aus sechs Spielen fünf Siege und somit satte fünfzehn Punkte. Der MSV hatte den Anschluss nach ganz oben hergestellt. Ennatz hatte seine Mission erfüllt, machte wieder Platz für einen anderen und ging zurück zu den Amateuren.
Adam Bodzek war schließlich der letzte Spieler, der durch die Hände von Bernard Dietz ging und lange Stammspieler bei der Lizenzmannschaft des MSV war und es heute bei Fortuna Düsseldorf noch ist.

Seine letzte Station, wenn auch nur kurz, war der Drittligist Rot Weiss Ahlen, der gerade aus der 2. Bundesliga abgestiegen war und vor einem Neuaufbau stand. „Ein riesiger Fehler. So viele Möchtegerne und Selbstdarsteller wie dort, sind mir in 40 Jahren zuvor nicht über den Weg gelaufen“, so Dietz heute. Das Engagement beendete er nach nur 4 Monaten, waren die Unterschiede zwischen ihm und der Klubführung viel zu groß. Vor seinem Abschied jedoch setzte er sich ein letztes Mal gegen den Vorstand durch, zog Kevin Großkreutz aus der U19 hoch und machte ihn zum Stammspieler. Auch hier blieb er sich treu, setzte auf Leistung und ließ etablierte Spieler auf der Bank.

 

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