Karriere als Spieler

Zur Saison 1970/71 wechselte der damals 22-jährige Bernard „Ennatz“ Dietz von seinem Heimatverein Bockum-Hövel zum Bundesligisten MSV Duisburg. Dort spielte er - zunächst als Angreifer, später als linker Verteidiger, bis 1982. In diesen zwölf Jahren absolvierte er 394 Bundesligaspiele und 14 Europacup-Spiele für die „Zebras“. 1975 stand er im DFB-Pokalfinale, 1978/79 erreichte er das Halbfinale des Uefa-Cups. In  dieser Zeit, der Hochphase des Klubs, avancierte Dietz zur absoluten Kultfigur, zum Idol und nicht zuletzt zum Aushängeschild des Vereins. Für seinen MSV erzielte er 77 Tore – für einen Abwehrspieler noch heute Bundesligarekord. Unvergessen bleiben seine vier Tore gegen Bayern München beim 6:3 in der Wedau: Torwart damals war Sepp Maier, Ennatz Gegenspieler kein geringerer als Karl-Heinz Rummenigge. Von Journalisten wurde der Verein deshalb nicht selten auch in MSV „Dietzburg“ umbenannt.

Ennatz’ Leistungen wusste auch der damalige Bundestrainer Helmut Schön zu würdigen und berief ihn 1974 in die Nationalmannschaft. Dort kam er bis 1981 auf insgesamt 53 Einsätze, wurde 1976 Vize-Europameister und nahm als Stammspieler an der Weltmeister-schaft 1978 in Argentinien teil. Seinen größten internationalen Erfolg feierte er jedoch, als er die Deutsche Nationalmannschaft als Kapitän zum Gewinn der Europameisterschaft 1980 in Italien führte.
Die konstanten Leistungen und der Erfolg mit dem Nationalteam machten ihn dann auch für andere Vereine interessant. Hatte er schon vorher Angebote aus Dortmund und von der Frankfurter Eintracht abgelehnt, wollte ihn nun Hennes Weisweiler zu Cosmos New York in die USA locken. Seine Teamkameraden dort wären Franz Beckenbauer, Pele und der argentinische Weltstar Zico gewesen. Doch Ennatz blieb sich und seinem MSV treu.

Nach dem Abstieg seines MSV aus der Bundesliga im Jahr 1982, wechselte er zum FC Schalke 04, wo er weitere vier Jahre in der Bundesliga sowie ein Jahr in der Zweiten Liga aktiv war. Sein größter Erfolg dort war der sofortige Wieder-aufstieg des Kult-Klubs in die Bundesliga. Unvergessen bleibt bis heute der Auftritt im DFB-Pokal gegen die Bayern aus München. In einem packenden Krimi trennte man sich schließlich vor 74.000 Zuschauern im ausverkauften Parkstadion 6:6. Torschütze, neben Dietz, war der damals erst 18 jährige Olaf Thon. Es war der Beginn einer weiteren, großen Karriere …

Insgesamt brachte er es in seiner Profi-Laufbahn auf 495 Bundesliga- und 34 Zweitligaspiele. Dabei schoss er 77 Tore – 70 davon für den MSV, wo er noch immer der zweiterfolgreichste Torschütze überhaupt ist. Zudem ist er mit dieser Tref-ferzahl bis heute der treffsicherste und torgefährlichste Abwehrspieler der Fußball-Bundesliga aller Zeiten.
Erwähnenswert ist auch, dass Ennatz in seinen 529 Ligaeinsätzen als Profi nur 11 gelbe und keine rote Karte sah und somit einer der fairsten Spieler im deutschen Profi-Fußball überhaupt ist.

Abschiedsspiel 
Nachdem Ennatz seinen MSV 1982 nach insgesamt 12 Jahren verlassen hatte, kam er nach nur sechs Jahren – der MSV war gerade in den Niederungen der Drittklassigkeit verschwund-en – an die Wedau zurück. Am 10. Mai 1988 bescherte er den Duisburger Fußballfans, die ihn noch heute als ihr Idol verehren, endlich einmal wieder ein Großereignis. Er gab seinen Abschied von der Fußballbühne als aktiver Spitzensportler und hatte dort, wo seine große Karriere begann, seinen letzten Auftritt. Und alle waren sie ihm zu Ehren gekommen, beim Spiel der Europameister von 1980 mit Felix Magath, Karl-Heinz Rummenigge, Toni Schumacher, Hansi Müller, Bernd Schuster, Horst Hrubesch, Klaus Allofs, Manfred Kaltz, Hans-Peter Briegel oder Lothar Matthäus gegen die damals aktuelle Nationalmannschaft von Teamchef Franz Beckenbauer mit Andy Brehme, Pierre Littbarski, Jürgen Kohler und vielen anderen. Die Zusage des DFB unterstrich noch einmal die deutschlandweite Akzeptanz und Wertschätzung des Bernard „Ennatz“ Dietz, denn die Nationalmannschaft befand sich zu dieser Zeit in der heißen Phase der Vorbereitung auf die nur wenige Wochen später statt-findende EM im eigenen Land. Darüber hinaus machten die beiden Ehrenspielführer Fritz Walter und Uwe Seler ihre Aufwartung, ebenso wie zahlreiche Prominenz der DFB-Gremien, der Landesverbände sowie aus Politik und Sportjournalismus.

 

Seine Spieler-Karriere in der Übersicht

National International

495 Bundesligaspiele
(MSV Duisburg, FC Schalke 04)
34 Zweitligaspiele
(FC Schalke 04)    
77 Bundesligatore, 1 Zweitligator   
14 Spiele im Intertoto-Cup/UI-Cup
(MSV Duisburg)
14 Spiele im Uefa-Cup, 2 Tore
(MSV Duisburg)

Uefa-Cup Halbfinale 1978/79
(MSV Duisburg)
DFB-Pokal-Finale 1975
(MSV Duisburg)
Qualifikation Uefa-Cup 1975/76, 78/79
(MSV Duisburg)
Bundesliga-Aufstieg 1983/84
(FC Schalke 04)
Bester BL-Torschütze aller Zeiten
(... als Abwehrspieler; 77 Tore)
Zweitbester BL-Torschütze des MSV   

53 A-Länderspiele
für Deutschland
3 B-Länderspiele
für Deutschland
Europameister 1980
in Italien (Kapitän)
Vize-Europameister 1976
in Jugoslawien (Stammsp.)
WM-Teilnehmer 1978
in Argentinien (Stammsp.)
Teilnehmer Mini-WM 1981
in Uruguay (Stammsp.)
1x Europa-Auswahl 1981   


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